Antidepressiva-Tabelle für Patienten

Die Tabelle dient nicht der Selbstbehandlung, sondern nur der Information. Die Inhalte wurden von mir zusammengetragen, ich kann die Richtigkeit der Inhalte aber nicht garantieren.

Antidepressiva für Patienten – Erklärungen

Antidepressiva – Einfach erklärt für Patienten

Wichtig: Diese Infos sind allgemein und helfen zum Verständnis. Sie ersetzen keinen Arztbesuch. Nebenwirkungen variieren von Person zu Person – sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker!

Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI)

Was sind SSRI und wie wirken sie?

SSRI sind eine gängige Gruppe von Antidepressiva, die den Botenstoff Serotonin im Gehirn "vermehren". Serotonin ist wie ein "Glückshormon", das Stimmung, Schlaf und Appetit reguliert. SSRI blockieren die Wiederaufnahme von Serotonin in die Nervenzellen, sodass mehr davon zwischen den Nerven verfügbar ist. Die volle Wirkung setzt erst nach 2–4 Wochen ein, weil das Gehirn Zeit braucht, um sich anzupassen. Sie werden oft bei Depressionen, Angststörungen oder Zwangsstörungen eingesetzt und haben meist weniger starke Nebenwirkungen als ältere Medikamente.

Wirkstoff Wie es wirkt Mögliche Nebenwirkungen
Citalopram Erhöht den Serotoninspiegel im Gehirn, um Stimmung und Angst zu stabilisieren – ideal bei Panikattacken. Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schlafprobleme, sexuelle Störungen. In hohen Dosen Herzrhythmusstörungen möglich.
Escitalopram Ähnlich wie Citalopram, aber etwas gezielter auf Serotonin – gut bei schweren Depressionen und Zwangsstörungen. Müdigkeit, Durchfall, Unruhe, Schweißausbrüche. Weniger Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.
Fluoxetin Verstärkt Serotonin langanhaltend (lange Wirkungsdauer), hilft bei Bulimie und ist bei Kindern/Jugendlichen erprobt. Unruhe, Zittern, Appetitverlust, Schlafstörungen. Bleibt länger im Körper, was Absetzen erleichtert.
Fluvoxamin Fokussiert auf Serotonin, besonders wirksam bei Zwangsstörungen. Übelkeit, Schlaflosigkeit, Wechselwirkungen mit anderen Mitteln (z. B. Blutverdünnern).
Paroxetin Stärkt Serotonin stark, gut bei Angst und Panik, aber kann Gewichtszunahme fördern. Müdigkeit, Mundtrockenheit, sexuelle Probleme, stärkste Gewichtszunahme unter SSRI.
Sertralin Erhöht Serotonin ausgewogen, hilft bei Depressionen und Angststörungen. Durchfall oder weicher Stuhl, Kopfschmerzen, leichte Unruhe.

Trizyklische Antidepressiva (TZA)

Was sind TZA und wie wirken sie?

Trizyklische Antidepressiva (TZA) sind ältere Medikamente, die die Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin (ein "Aktivitäts-Hormon") im Gehirn erhöhen, indem sie die Wiederaufnahme blockieren. Das hellt die Stimmung auf und kann auch Schmerzen lindern. Sie wirken breiter als SSRI, daher mehr Nebenwirkungen, und eignen sich bei schweren Depressionen oder zusätzlichen Beschwerden wie Migräne. Die Wirkung baut sich über Wochen auf.

Wirkstoff Wie es wirkt Mögliche Nebenwirkungen
Amitriptylin Blockiert Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahme, lindert Depressionen und Nervenschmerzen. Mundtrockenheit, Verstopfung, Gewichtszunahme, Schläfrigkeit, Herzrasen.
Clomipramin Stark auf Serotonin fokussiert, hilft bei Zwangsstörungen und Panik. Zittern, Verwirrtheit, Krampfanfälle in hohen Dosen, Blutdruckschwankungen.
Imipramin Erhöht beide Botenstoffe, wirkt bei schweren Depressionen. Starkes Schwitzen, Albträume, Mundtrockenheit, Libidoverlust.
Trimipramin Beruhigt und hebt Stimmung, gut bei Schlafstörungen und Unruhe. Sedierung, Gewichtszunahme, Verstopfung, Herzrhythmusstörungen.

Selektive Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SSNRI)

Was sind SSNRI und wie wirken sie?

SSNRI (auch SNRI) wirken auf zwei Botenstoffe: Serotonin (für Stimmung) und Noradrenalin (für Energie und Motivation). Sie blockieren die Wiederaufnahme beider, was die Stimmung aufhellt und Antrieb steigert – super bei Depressionen mit Müdigkeit oder Schmerzen. Die Wirkung setzt nach 1–2 Wochen ein und ist oft energiegeladener als bei SSRI.

Wirkstoff Wie es wirkt Mögliche Nebenwirkungen
Duloxetin Stärkt Serotonin und Noradrenalin, lindert Depressionen und neuropathische Schmerzen. Blutdruckanstieg, Übelkeit, Schwindel, Müdigkeit, Harnprobleme bei Männern.
Venlafaxin Dualer Effekt ab mittlerer Dosis, boostet Energie bei Angst und Panik. Blutdruckerhöhung, Kopfschmerzen, Unruhe, Schwitzen, Mundtrockenheit.

Tetrazyklische Antidepressiva (TetraZA)

Was sind TetraZA und wie wirken sie?

Tetrazyklische Antidepressiva wie Mirtazapin wirken anders: Sie blockieren Rezeptoren, die Serotonin und Noradrenalin abbauen, und fördern so deren Freisetzung. Das hellt die Stimmung auf, verbessert Schlaf und Appetit, wirkt aber oft sedierend (beruhigend). Ideal bei Depressionen mit Schlafmangel. Wirkung nach 1–2 Wochen.

Wirkstoff Wie es wirkt Mögliche Nebenwirkungen
Mirtazapin Fördert Serotonin- und Noradrenalin-Freisetzung, stärkt Schlaf und Appetit bei Depressionen. Starke Müdigkeit, Gewichtszunahme, Mundtrockenheit, Unruhe in Beinen (Restless Legs).
Mianserin Ähnlich sedierend, blockt Rezeptoren für bessere Stimmung und Schlaf. Benommenheit, Blutveränderungen, Hautausschläge, selten Krampfanfälle.

Monoaminoxidase-Hemmer (MAO-Hemmer)

Was sind MAO-Hemmer und wie wirken sie?

MAO-Hemmer blocken ein Enzym (Monoaminoxidase), das Botenstoffe wie Serotonin, Noradrenalin und Dopamin abbaut. Dadurch steigt ihre Konzentration im Gehirn, was die Stimmung hebt und Energie gibt. Sie sind stark, aber riskant (z. B. bei bestimmten Lebensmitteln), daher nur bei therapieresistenten Depressionen. Wirkung nach 1–3 Wochen.

Wirkstoff Wie es wirkt Mögliche Nebenwirkungen
Isocarboxazid Hemmt MAO, erhöht Botenstoffe bei Depressionen und Panik. Blutdruckabfall beim Aufstehen, Schlaflosigkeit, hypertensive Krisen bei falscher Ernährung.
Phenelzin Stärkt Monoamine, hilft bei bipolaren Störungen und PTSD. Orthostatische Hypotonie, Unruhe, Serotonin-Syndrom bei Kombination mit SSRI.
Selegilin (transdermal) Selektiv auf Dopamin, gut bei Parkinson und Depressionen. Hautreizungen, Schlaflosigkeit, Krisen bei Tyramin-reichen Lebensmitteln.
Tranylcypromin Schnell wirksam, amphetamin-ähnlich anregend bei schweren Fällen. Blutdruckschwankungen, stimulierend (Missbrauchsrisiko), tödlich in Überdosis.

Pflanzliche Antidepressiva

Was sind pflanzliche Antidepressiva und wie wirken sie?

Pflanzliche Mittel wie Johanniskraut oder Passionsblume sind natürliche Alternativen für leichte Beschwerden. Sie beeinflussen sanft Botenstoffe im Gehirn (z. B. Serotonin) oder beruhigen direkt die Nerven, fördern Schlaf und Entspannung. Weniger stark als chemische Medikamente, aber mit Wechselwirkungsrisiken (z. B. Leber). Wirkung nach 1–2 Wochen.

Wirkstoff Wie es wirkt Mögliche Nebenwirkungen
Johanniskraut Beeinflusst Serotonin und andere Botenstoffe, hellt Stimmung bei leichter Depression auf. Lichtempfindlichkeit (Hautreizungen in der Sonne), starke Wechselwirkungen mit Pillen oder anderen Medikamenten.
Passionsblume Beruhigt Nerven direkt, lindert Unruhe und Schlafstörungen. Seltene Allergien (Hautausschlag), leichte Benommenheit.