Hoʻoponopono

Erweiterte sanfte Hoʻoponopono-Anleitung

Erweiterte sanfte Hoʻoponopono-Praxis

Es handelt sich um eine erweiterte, sanfte Form des Hoʻoponopono, die stark auf Selbstvergebung, Heilung des inneren Kindes, Eigenverantwortung (ohne Schuld) und liebevolle Akzeptanz ausgerichtet ist.

Vorbereitung – Einen liebevollen Raum schaffen

Setze dich an einen ruhigen, gemütlichen Ort.
Mach es dir bequem, vielleicht mit einer Decke oder einem Kissen.
Schließe die Augen für einen Moment und atme tief ein und aus.
Spüre deinen Sitz – wie dein Körper von der Unterlage getragen wird.
Spüre deinen Atem – wie er sanft kommt und geht, ganz von allein.
Erlaube dir, genau so hier zu sein, wie du gerade bist.
Du darfst alles fühlen, was da ist – ohne zu bewerten.

Wähle nun eine aktuelle Situation, einen Konflikt, eine Belastung, eine schmerzhafte Erinnerung oder eine Person (jemand, den du liebst – oder jemanden, den du lieber „von hinten siehst“).
Denke sanft daran, ohne dich hineinzusteigern. Lass das Thema einfach da sein.

Körperliche Unterstützung während des gesamten Prozesses

(du kannst jederzeit wechseln)

  • Arme verschränken vor der Brust (wie eine sanfte Selbstumarmung).
  • Mit beiden Händen langsam seitlich am Hals entlangstreichen (beruhigt das Nervensystem).
  • Eine Hand auf die Brust (Herz), eine Hand auf die Stirn (drittes Auge / Klarheit).
  • Später: Selbstumarmung – eine Hand unter die Achsel schieben, leicht schunkeln, wie ein Kind wiegen.
  • Oder die 5-Dinge-Übung: Nenne innerlich 5 Dinge, die du siehst, 4 die du fühlst, 3 die du hörst, 2 die du riechst, 1 die du schmeckst – das bringt dich ins Hier und Jetzt zurück.

Der Kern – Das Mantra

Denke an die Situation und sprich innerlich oder leise – wiederhole es langsam, mit Gefühl, mehrmals:

„Sitz spüren, Atem spüren.“
Es tut mir leid.
– Ich übernehme Verantwortung für alles, was in mir dazu beigetragen hat, dass diese Situation in mein Leben gekommen ist.

Bitte verzeih mir.
– Ich bitte um Vergebung – mich selbst, die andere Person und alle höheren Mächte / das Göttliche / das Leben.

Ich nehme dich an, wie du bist.
– Ich bringe Liebe und Akzeptanz in diese Situation – in mich, in dich, in das, was war.

Danke.
– Ich danke für die Heilung, die bereits geschieht, für jede Einsicht, für jedes Loslassen.

Wiederhole diesen Zyklus so oft, wie es sich gut anfühlt – 5×, 10×, 20× … bis eine sanfte Erleichterung oder Wärme spürbar wird.

Vertiefung 1 – Die Resonanzfrage

Frage dich ruhig und liebevoll:

„Wozu habe ich diese Situation in mein Leben gezogen / holen lassen?“
„Ich habe mir diese Situation in mein Leben gezogen, weil …“

Lass Antworten kommen – ohne Druck. Oft sind es alte Glaubenssätze wie:

  • weil ich lernen wollte, dass ich genug bin
  • weil ein alter Schmerz gesehen werden wollte
  • weil ich Grenzen setzen lernen durfte
  • weil ich Liebe tiefer erfahren wollte

Es geht nicht um Schuld, sondern um Verständnis: Welcher Teil in mir hat mit-resoniert?

Vertiefung 2 – Konjunktiv – sanfte Neuausrichtung

Wenn du etwas Bedauern spürst, sprich im Konjunktiv weiter (das entlastet das innere Kind sehr):

„Ich verzeihe mir die Fehleinschätzung …“
„Ich hätte es mir so schön vorgestellt, wie …“
(z. B. „… wir uns mit Respekt und Leichtigkeit begegnen“, „… ich mich selbst beschütze“, „… alles friedlich und liebevoll verläuft“)

Das öffnet das Herz für eine neue, heilsame Vorstellung.

Vertiefung 3 – Der Spiegel der Situation & Gefühle identifizieren

  • Welcher Teil in dir hat diese Situation (mit-)erschaffen?
  • Welche Emotionen löst die Situation aus? (Wut, Trauer, Scham, Angst, Hilflosigkeit …)
  • Wo spürst du sie im Körper? (Enge in der Brust, Kloß im Hals, Druck im Bauch …)

Atme genau dorthin – mit jedem Atemzug Liebe und Raum hineinschicken.

Vertiefung 4 – Brief schreiben (nicht abschicken!)

Nimm Papier und Stift. Schreibe einen kurzen Brief an die Situation / die Person / dich selbst. Nutze die vier Sätze als Struktur:

Liebe/r … (Name oder „mein inneres Kind“, „die Situation“, „mein verletztes Herz“),

Es tut mir leid … (dafür, dass ich so lange weggeschaut habe / so hart zu mir war / nicht früher Grenzen gesetzt habe …)

Bitte verzeih mir. / Ich verzeihe mir. …

Ich liebe dich. / Ich liebe mich. … (genau so, wie du bist / mit all deinen Anteilen)

Danke! … (für die Lektion / für die Heilung / dass du da bist)

Lies den Brief leise vor – dann falte ihn zusammen oder bewahre ihn auf.

Vertiefung 5 – Arbeit mit dem inneren Kind

Im Hoʻoponopono gilt das Unterbewusstsein als inneres Kind – es speichert alle Erinnerungen, Schmerzen, alten Geschichten.

Speicher-Check

„Welche alte Geschichte erzähle ich mir immer wieder über mich selbst?“
(z. B. „Ich bin nicht gut genug“, „Ich muss alles allein schaffen“, „Liebe tut weh“, „Ich werde verlassen“ …)

Dialog mit dem inneren Kind

Stell dir vor, dein kleines Ich sitzt vor dir (vielleicht 3–6 Jahre alt).
Frage es sanft:

„Welchen Schmerz trägst du für mich, den ich heute mit den vier Sätzen reinigen darf?“

Höre zu – Bilder, Gefühle, Worte können kommen.
Dann wiederhole das Mantra direkt an dein inneres Kind gerichtet:

„Es tut mir leid … Bitte verzeih mir … Ich liebe dich … Danke.“

Bedürfnis-Analyse

„Was hättest du in der ursprünglichen schmerzhaften Situation gebraucht, was ich dir heute durch ‚Ich liebe dich‘ selbst geben kann?“
(z. B. Schutz, gesehen werden, gehalten werden, „Du bist genug“ …)

Gib es dir jetzt – durch die Worte, durch die Hände auf Herz und Bauch, durch sanftes Schunkeln.

Wenn du spürst, dass es genug ist, runde ab mit einem großen Wunsch für alle Beteiligten:

„Wir wünschen uns – und einem Menschen, der uns nahesteht, und jemanden, den wir lieber von hinten sehen –
Frieden, Gesundheit, Zufriedenheit.

Atme tief ein … und aus.
Spüre noch einmal deinen Sitz, deinen Atem.
Danke dir selbst, dass du dir diese Zeit geschenkt hast.

Du kannst diesen Prozess jederzeit wiederholen – je öfter, desto tiefer die Reinigung und desto leichter das Herz.
Alles Gute und viel sanfte Liebe auf deinem Weg! 🌿💗